Die Anwendungsszenarien des Radroboters lassen sich in drei Kategorien einteilen:
- Erste Kategorie: Prozesstransport – als Glied in Produktions- und Dienstleistungsketten; zeitgesteuerter und bedarfsgerechter Transfer von Material, Bauteilen, Medikamenten, Proben usw. zwischen internen Knotenpunkten.
- Zweite Kategorie: Endzustellung – übernimmt die „letzten 100 Meter“ des Serviceprozesses, liefert Gegenstände vom Sammelpunkt an den Endnutzer oder holt Gegenstände vom Nutzer zum Dienstknoten zurück.
- Dritte Kategorie: Unterstützende Anwendungen – Umgebungsinspektion, Sicherheitspatrouille sowie leichte Manipulationsaufgaben mit montiertem Roboterarm; erweitert die Funktionsgrenzen des Roboters.
Erster Teil: Prozesstransport
Bauteilbereitstellung in der Fertigung
In Fertigungswerkstätten für Automobilkomponenten, Elektronikprodukte und mechanische Bearbeitung müssen die Produktionsstationen regelmäßig Bauteile und Vorrichtungen erhalten, während leere Materialboxen zurückgeführt werden. Der Roboter lädt Material aus dem Zentrallager oder Linienlager und transportiert es autonom entlang der Werkstattdurchgänge zur angegebenen Station. Nach der Ankunft erfolgt eine manuelle Entnahme und Bestätigung, oder der Roboterarm legt das Material automatisch im Stationsregal ab. Die Station kann über einen Rufknopf jederzeit Material anfordern; das System disponiert automatisch den nächstgelegenen freien Roboter. Über die MES-Anbindung erhält der Roboter in Echtzeit den Materialverbrauch der Stationen und löst bei drohendem Materialmangel automatisch Nachschubaufgaben aus, um eine JIT-Bereitstellung zu realisieren.
Empfohlene Konfiguration: Omnidirektionalrad-Fahrgestell + mehrstöckiges Materialregal + Industriekamera + MES-Anbindung

Zyklischer Werkzeug-/Schneidwerkzeugtransport
In Zerspanungswerkstätten, Instandhaltungswerkstätten und im Formenbau gibt es viele Schneidwerkzeuge, Messwerkzeuge und Vorrichtungen, die häufig ausgeliehen und zurückgegeben werden. Der Roboter fungiert als „mobiles Werkzeuglager“ und transportiert zyklisch zwischen Werkzeugausgabe und Stationen. Bediener geben Werkzeugbedarf über das Stationsterminal ein, das System informiert die Werkzeugausgabe, der Roboter holt die Werkzeuge ab und bringt sie zur Station; der Bediener identifiziert sich per Mitarbeiterkarte und entnimmt sie. Die Rückgabe erfolgt ebenfalls per Roboter. Ein integrierter RFID-Leser/Schreiber erkennt automatisch die Werkzeuginformationen, zeichnet Entleiher, Ausleih- und Rückgabezeit auf und ermöglicht eine vollständige Rückverfolgbarkeit des Werkzeuglebenszyklus.
Empfohlene Konfiguration: Omnidirektionalrad-Fahrgestell + abschließbarer Schubladen-Materialschrank + RFID-Leser/Schreiber + Identifikationsmodul
Klinikinterner Umlauf von Medikamenten/Proben
In großen Allgemeinkrankenhäusern liegen Apotheke, Labormedizin und Zentralsterilisation sowie Stationen und Operationssäle in verschiedenen Gebäuden oder Etagen. Der Roboter übernimmt die Medikamentenlieferung von der Apotheke zu den Stationen, den Probentransport von der Labormedizin zu den Stationen und die Instrumentenlieferung von der Zentralsterilisation zu den Operationssälen. Ein abschließbarer geschlossener Behälter gewährleistet Sicherheit; autorisiertes Personal öffnet ihn per Mitarbeiterkarte. Der Roboter unterstützt die Integration mit Stationszugangskontrolle und Aufzügen für autonomen Transport über Etagen hinweg. Die Pflegestation kann direkt über das HIS bestellen; der Roboter holt die Medikamente in der Apotheke ab und liefert sie automatisch an die angegebene Station. Für temperaturempfindliche Medikamente kann ein temperierter Behälter konfiguriert werden, der Temperaturdaten in Echtzeit aufzeichnet.
Empfohlene Konfiguration: Differentialfahrgestell + abschließbarer geschlossener temperierter Behälter + Aufzugintegration + HIS-Anbindung

Probentransfer/Reagenzientransfer im Labor
In biopharmazeutischen F&E-Laboren und medizinischen Prüflaboren müssen Proben und Reagenzien häufig zwischen verschiedenen Laborbereichen transferiert werden (z. B. Annahmebereich → Extraktionsbereich → Amplifikationsbereich → Testbereich). Der Roboter ist mit einem temperierten geschlossenen Behälter ausgestattet, transportiert autonom zwischen den Laboren und unterstützt die Integration mit Zugangskontrollen. Der gesamte Transportprozess wird aufgezeichnet; das Backend kann Transportroute, Zeit und Temperaturdaten jeder Probe zurückverfolgen und erfüllt die GLP-Anforderungen. Nach der LIMS-Anbindung kann der Roboter Probentransfers automatisch entsprechend dem Laborfortschritt auslösen und einen teilautomatisierten geschlossenen Kreislauf im Laborprozess realisieren.
Empfohlene Konfiguration: Differentialfahrgestell + temperierter geschlossener Behälter + Temperatur-/Feuchtesensor + LIMS-Anbindung
Bestandsauffüllung und Umlagerung im Lager
In großen E-Commerce-Lagerzentren oder Logistikumschlagzentren durchlaufen Waren vom Wareneingang bis zum Warenausgang mehrere Funktionsbereiche. Der Roboter übernimmt die Auffüllung vom Lagerbereich zum Kommissionierbereich und die Umlagerung von Materialboxen zwischen verschiedenen Funktionsbereichen. Er kann mehrere Materialwagen anhängen und einen Batch-Transport in einem Durchgang erledigen. Über die WMS-Anbindung werden die Bestandsniveaus der Bereiche in Echtzeit erfasst; bei Unterschreiten eines Schwellenwerts im Kommissionierbereich wird automatisch eine Nachschubaufgabe ausgelöst. Im Ware-zum-Mann-Kommissioniermodus transportiert der Roboter Materialboxen direkt vom Lagerbereich zur Kommissionierstation und steigert die Kommissioniereffizienz erheblich.
Empfohlene Konfiguration: Omnidirektionalrad-Fahrgestell + Anhängevorrichtung oder mehrstöckiges Materialregal + RFID-Leser/Schreiber + WMS-Anbindung

Rohstoffversorgung an der Lebensmittelproduktionslinie
In Lebensmittel- und Getränkeproduktionslinien müssen Rohstoffe und Verpackungsmaterialien regelmäßig an Abfüll- und Verpackungsstationen nachgefüllt werden. Der Roboter transportiert Rohstoffe vom Zwischenlagerbereich zur Produktionslinie und führt leere Paletten/Boxen zurück. Das Gehäuse aus Edelstahl und das reinigungsfreundliche Design erfüllen lebensmittelgerechte Hygieneanforderungen. Über die Integration mit der SPS der Produktionslinie wird die Nachschubauslösung entsprechend dem Produktionstakt automatisiert, um Stillstände durch Materialmangel zu vermeiden.
Empfohlene Konfiguration: Omnidirektionalrad-Fahrgestell + lebensmittelgerechte Ladefläche + SPS-Integration + zeitgesteuerte Aufgabendisposition
Bereichsübergreifender Umlauf von Halbleiter-Waferboxen
In Reinraumfabriken der Halbleiterfertigung müssen Waferboxen zwischen verschiedenen Prozessbereichen zirkulieren (z. B. Lithografie → Ätzen → Abscheidung → Inspektion). Der Roboter transportiert Waferboxen, erfüllt die Anforderungen der Reinraumklasse 100 und verwendet einen antistatischen geschlossenen Behälter. Über die MES-Anbindung werden bereichsübergreifende Transporte gemäß Produktionsauftrag automatisch ausgeführt; Position und Status der Waferboxen werden durchgängig verfolgt, wodurch das Kontaminationsrisiko durch manuelle Eingriffe reduziert wird.
Empfohlene Konfiguration: Omnidirektionalrad-Fahrgestell + antistatischer geschlossener Behälter + Reinraumkompatibilität + MES-Anbindung
Papierrollen-/Tintenkassettenlieferung in der Druckerei
In Druck- und Verpackungswerkstätten sind Verbrauchsmaterialien wie Papierrollen, Farbtöpfe und Druckplatten schwer und voluminös. Der Roboter transportiert Verbrauchsmaterialien vom Lager zur Druckmaschine und führt leere Rollenkerne und Abfälle zurück. Optional sind eine Schwerlastversion oder eine Anhängevorrichtung erhältlich, um mehrere Papierrollen gleichzeitig zu transportieren. Über die Anbindung an das Produktionsplanungssystem werden die passenden Verbrauchsmaterialien auftragsbezogen vorbereitet und geliefert, wodurch die Stillstandzeit der Maschine reduziert wird.
Empfohlene Konfiguration: Omnidirektionalrad-Fahrgestell + Anhängevorrichtung + Anbindung an Produktionsplanung
Materialkreislauf in einer 3D-Druckfarm
In 3D-Druckservicefabriken laufen Dutzende Drucker gleichzeitig. Der Roboter liefert Filament/Harz zu den Druckern und holt nach Druckende Fertigteile und Abfälle zurück. Mit montiertem Roboterarm ist eine automatische Be- und Entladung möglich – der Roboterarm setzt Spulen in den Drucker ein, entnimmt Fertigteile und legt sie in einen Sammelbehälter, wodurch ein Materialkreislauf entsteht. In unbeaufsichtigten Nachtschichten kann der Roboter kontinuierlich arbeiten und die Anlagenauslastung erhöhen.
Empfohlene Konfiguration: Omnidirektionalrad-Fahrgestell + mehrstöckiges Materialregal + Roboterarm (automatische Be- und Entladung)
Automatische Apothekenauffüllung
In Krankenhausapotheken oder großen Einzelhandelsapotheken müssen Medikamente vom Lager zu den Regalen an der Ausgabestelle nachgefüllt werden. Der Roboter transportiert Medikamente vom Lager zum Ausgabebereich und ist mit automatischen Medikamentenspendern integriert, um die Logistik innerhalb der Apotheke zu automatisieren. Apotheker müssen die Ausgabestelle nicht verlassen, um Nachschub zu erledigen, und können sich auf Rezeptprüfung und Medikationsberatung konzentrieren. Nachts werden Batch-Auffüllungen automatisch ausgeführt, damit die Regale bei Öffnung am nächsten Tag ausreichend bestückt sind.
Empfohlene Konfiguration: Differentialfahrgestell + Ladefläche + Anbindung an das Apothekenverwaltungssystem

Zweiter Teil: Endzustellung
Paketzustellung in Campusgebäude
In großen geschlossenen Arealen wie Universitätscampus, Technologieparks und Softwareparks liefern Paketdienste täglich Pakete zentral an eine Paketstation; anschließend werden sie manuell auf Gebäude verteilt. Der Roboter wird am Sammelpunkt eingesetzt; Mitarbeiter sortieren Pakete nach Gebäuden und legen sie in den Laderaum. Der Roboter navigiert autonom zur Lobby im Erdgeschoss oder zum Paketfach des Zielgebäudes. Empfänger erhalten eine Benachrichtigung über die Smartphone-App und holen das Paket per Scan am Roboterbildschirm ab. Der Roboter bedient mehrere Gebäude pro Fahrt und hält die Route nacheinander an. Künftig ist ein Sofortzustellungsmodell möglich, bei dem Pakete direkt nach Ankunft zugestellt werden.
Empfohlene Konfiguration: Omnidirektionalrad-Fahrgestell + mehrstöckiges Materialregal + Abholung per Scan + Aufzugintegration + 4G/5G
Lieferung von Take-away/Frischwaren bis zur Haustür in Wohnquartieren
In großen geschlossenen Wohnanlagen und Seniorenwohnungen können Lieferfahrer und Kuriere Gegenstände nur bis zum Eingang der Anlage bringen. Der Roboter übernimmt die Gegenstände am Anlageneingang, navigiert autonom zum Zielgebäude, öffnet über die Integration mit der Türzugangskontrolle die Tür, fährt mit dem Aufzug zur Zieletage und der Nutzer wird per App oder SMS benachrichtigt, die Tür zu öffnen und die Gegenstände abzuholen. Ein temperierter Behälter erfüllt die Anforderungen an Frischwarenlieferungen. Für ältere Menschen und Personen mit eingeschränkter Mobilität ist dies eine wesentliche Erleichterung. Künftig ist eine vollautomatisierte Lieferung „vom Lager bis zur Tür“ möglich.
Empfohlene Konfiguration: Differentialfahrgestell + abschließbarer temperierter Behälter + Tür-/Aufzugintegration + App-Benachrichtigung
Zustellung von Medikamenten/Befunden an Patienten in Kliniken
In großen Allgemeinkrankenhäusern müssen ambulante Patienten häufig zwischen verschiedenen Gebäuden pendeln, um Medikamente oder Laborbefunde abzuholen. Der Roboter wird in der Eingangshalle oder Apotheke eingesetzt; Patienten bestellen über Smartphone-App oder ein klinikinternes Terminal, die Apotheke bereitet die Medikamente vor und legt sie in den Laderaum, der Roboter navigiert autonom zum Wartebereich oder vor die Tür des Behandlungszimmers des Patienten, und der Patient holt die Medikamente per Scan ab. Gleiches gilt für Laborbefunde. Für ältere und auswärtige Patienten verringert sich die Wegezeit im Krankenhaus. Künftig sind auch die Lieferung von Krankenhausgegenständen und die Zustellung von Entlassungsmedikamenten möglich.
Empfohlene Konfiguration: Differentialfahrgestell + geschlossener Behälter + Identitätsprüfung + Anbindung an Krankenhaussysteme
Zustellung von Gegenständen auf Hotelzimmer
In Sterne- und Business-Hotels benötigen Gäste Lieferungen von Take-away und Gästeartikeln (Zahnbürste, Handtuch, Mineralwasser) aufs Zimmer. Der Roboter wird in der Lobby oder im Servicezentrum eingesetzt; Servicekräfte legen die Gegenstände in den Laderaum, der Roboter fährt autonom mit dem Aufzug zur Zieletage, fährt zur Zimmertür und benachrichtigt den Gast über das Zimmertelefon oder die App, die Tür zu öffnen und die Gegenstände zu entnehmen. Der Roboter kann mehrere Bestellungen gleichzeitig mitführen und nacheinander zustellen. In der Nacht ersetzt er manuelle Botengänge und erhöht die Service-Reaktionsgeschwindigkeit.
Empfohlene Konfiguration: Differentialfahrgestell + kleiner Laderaum + Anbindung an Zimmersystem + Aufzugintegration
Dokumenten-/Paketumlauf in Bürogebäuden
In sehr hohen Bürogebäuden müssen Pakete und interne Dokumente zwischen Empfang, Unternehmen und Abteilungen zirkulieren. Der Roboter nimmt Sendungen am Empfang oder in der Poststelle auf, fährt autonom mit dem Aufzug und liefert sie an die Empfänge der Unternehmen oder definierte Arbeitsplätze auf den Etagen. Geplante Zustellungen werden unterstützt; Nutzer bestellen über das Bürosystem und geben die gewünschte Zustellzeit an. Über die Anbindung an das Gebäudeverwaltungssystem werden Etagengrundriss und Zutrittsberechtigungen automatisch bezogen. Damit wird die Zustellungsherausforderung der „letzten 100 Meter“ in Bürogebäuden gelöst.
Empfohlene Konfiguration: Differentialfahrgestell + geschlossener Behälter + Aufzugintegration + Anbindung an Bürosystem

Lieferung von Alltagsgegenständen in Apartments/Fachkräftewohnungen
In Langzeitmietapartments und Fachkräfteapartments haben Mieter tägliche Lieferbedarfe wie Wäscheservice, Supermarktwaren und Take-away. Der Roboter nimmt Gegenstände an Servicestellen (Waschsalon, Convenience Shop, Lieferfach) auf und liefert sie bis zur Wohnungstür. Der Service ist rund um die Uhr verfügbar; Mieter vereinbaren die Lieferzeit per App und können die Gegenstände bei Ankunft abholen. Apartmentbetreiber können dies als Mehrwertdienst anbieten, um Mieterzufriedenheit und Verlängerungsquote zu steigern.
Empfohlene Konfiguration: Differentialfahrgestell + austauschbarer Laderaum + Türintegration + Anbindung an Apartmentverwaltung
Seniorengerechte Lieferung in Seniorenwohnanlagen
In Seniorenwohnanlagen sind ältere Menschen mobilitätseingeschränkt; die Lieferung von Medikamenten, Mahlzeiten und Alltagsgegenständen ist ein Grundbedarf. Der Roboter liefert Gegenstände von Gemeinschaftsküche, Apotheke und Supermarkt bis zur Zimmertür. Sprachinteraktion wird unterstützt; ältere Menschen können den Roboter per Sprache rufen. Über die Integration mit dem Notrufsystem können sie während der Lieferung auch einen Notruf auslösen. Das reduziert Wege für ältere Menschen und senkt das Sturzrisiko.
Empfohlene Konfiguration: Differentialfahrgestell + geschlossener Behälter + Sprachinteraktion + Notruf-Integration

Gegenstandszustellung in Flughafenterminals
In großen Flughafenterminals müssen verlorene Gegenstände, Duty-Free-Waren und für das Gate benötigte Dokumente schnell innerhalb des Terminals zugestellt werden. Der Roboter nimmt Gegenstände am Fundbüro, im Duty-Free-Shop oder im Servicezentrum auf und navigiert autonom zum angegebenen Gate oder zur aktuellen Position des Passagiers. Über die Anbindung an das Flughafeninformationssystem werden Passagierposition und Fluginformationen in Echtzeit abgerufen. Damit wird die ineffiziente bereichsübergreifende Zustellung im Terminal gelöst.
Empfohlene Konfiguration: Omnidirektionalrad-Fahrgestell + geschlossener Behälter + Echtzeit-Positionsverfolgung + Anbindung an Flughafensystem
Dokumentenlieferung in Messe-/Kongresszentren
In großen Messe-/Kongresszentren müssen Aussteller Dokumente und Materialien vom Servicestand zu den Ständen liefern und beim Abbau zurückholen. Der Roboter wird am Servicestand eingesetzt; Aussteller bestellen per App oder Vor-Ort-Terminal, der Roboter lädt und navigiert autonom zum Stand. Standpositionen können dynamisch anhand der Karte angepasst werden; der Roboter passt sich automatisch an. Damit werden zahlreiche manuelle Botengänge während der Messe reduziert und Personalkosten gesenkt.
Empfohlene Konfiguration: Omnidirektionalrad-Fahrgestell + offene Ladefläche + Standnavigation + Vor-Ort-Rufterminal
Automatische Rückgabe und Einsortierung von Bibliotheksbüchern
In Hochschul- oder öffentlichen Bibliotheken müssen zurückgegebene Bücher vom Rückgabeschalter zum Sortierbereich und anschließend zurück ins Regal transportiert werden. Der Roboter transportiert zurückgegebene Bücher vom Rückgabeschalter zum Sortierbereich und unterstützt das automatische Sortiersystem bei der Klassifizierung. Sortierte Bücher werden vom Roboter zum entsprechenden Regalbereich gebracht und unterstützen das Bibliothekspersonal beim Einsortieren. Das Bibliotheksverwaltungssystem zeichnet den Buchstandort durchgängig auf; bei der Suche können Leser den genauen Standort ermitteln.
Empfohlene Konfiguration: Differentialfahrgestell + mehrstöckiges Materialregal + Anbindung an Bibliotheksverwaltungssystem
Dritter Teil: Unterstützende Anwendungen
Nächtliche Sicherheitspatrouille
In Bürogebäuden, Rechenzentren, Lagern und Campusgeländen ist nachts wenig Personal vorhanden, Sicherheitsinspektionen dürfen jedoch nicht unterbrochen werden. Der Roboter patrouilliert autonom auf vordefinierten Routen, überwacht Schlüsselbereiche mit Restlichtkamera und Infrarotthermografie und erkennt ungewöhnliches Eindringen, blockierte Fluchtwege, Wasserrohrleckagen, offene Türen/Fenster usw. Bei Anomalien werden sofort Alarmbilder und Positionsinformationen an den Sicherheitsleitstand gesendet und ein akustischer/visueller Alarm ausgelöst. Mehrere Roboter können bereichsweise kooperativ patrouillieren und zentral über die Cloud disponiert werden.
Empfohlene Konfiguration: Omnidirektionalrad- oder Differentialfahrgestell + Restlichtkamera + Infrarotthermografie + Gassensor + Alarm-Push
Inspektion von Technikräumen/Verteilerräumen
In Verteilerräumen, Rechenzentren, Klimaanlagenräumen und Pumpenräumen mit dichter Gerätebelegung müssen Geräte 24 Stunden laufen. Der Roboter führt auf vordefinierten Routen regelmäßige Inspektionen durch; eine Hubstange hebt hochauflösende Kamera und Infrarot-Thermografiegerät auf die Höhe der Gerätefrontplatten, um Status von Anzeigeleuchten und Messwerte aufzunehmen sowie die Temperaturverteilung auf Geräteoberflächen zu prüfen. Ein Geräuschsensor erkennt abnormale Betriebsgeräusche. Bei Anomalien wird sofort alarmiert; Inspektionsdaten werden automatisch in Berichten zusammengefasst und erleichtern die Rückverfolgung und Analyse.
Empfohlene Konfiguration: Omnidirektionalrad-Fahrgestell + Hubstange + hochauflösende Kamera + Infrarotthermografie + Geräuschsensor

Inspektion von Rohrleitungs-/Ventilbereichen
In Rohrbrücken und Ventilgruppenbereichen von Chemiewerken, Pharmaproduktionsstätten und Lebensmittelfabriken patrouilliert der Roboter auf vordefinierten Routen, prüft per visueller Erkennung, ob Ventilzustände mit dem Leitsystem übereinstimmen, erkennt per Infrarotthermografie durch Leckagen verursachte Temperaturanomalien und überwacht mit Gassensoren schädliche Gase. Bei falscher Ventilposition kann die Version mit Roboterarm das Ventilhandrad ferngesteuert drehen und korrigieren.
Empfohlene Konfiguration: Omnidirektionalrad-Fahrgestell + Infrarotthermografie + Gassensor + optionaler Roboterarm
Regalinventur im Lager
In großen Lagern dauert die traditionelle manuelle Inventur lange und ist fehleranfällig. Der Roboter fährt entlang der Regalgänge, hebt per Hubstange RFID-Leser/Schreiber oder Visionskameras auf unterschiedliche Höhen, scannt automatisch Regaletiketten und gleicht die Daten mit dem WMS ab, um die Bestandsaufnahme abzuschließen. Die Inventur kann nachts automatisch ausgeführt werden, ohne den Tagesbetrieb zu beeinträchtigen. Häufige Inventuren in Schlüsselbereichen (z. B. tägliche Inventur schnell drehender Artikel) werden unterstützt, um Bestandsabweichungen frühzeitig zu erkennen.
Empfohlene Konfiguration: Omnidirektionalrad-Fahrgestell + Hubstange + RFID-Leser/Schreiber + hochauflösende Kamera + WMS-Anbindung
Statusinspektion von Produktionsanlagen
In Fertigungswerkstätten führt der Roboter regelmäßige Rundgänge an Produktionsanlagen, elektrischen Schaltschränken und Druckluftleitungen durch. Mit dem Visionsmodul prüft er Statusanzeigen, Manometerwerte und Ölstände; mit Infrarotthermografie prüft er die Temperatur von Motoren, Schaltschränken und Anschlussklemmen. Bei Anomalien wird sofort alarmiert; Bediener können die Situation über Livebilder bestätigen und bei Bedarf den Roboterarm ferngesteuert einfache Maßnahmen ausführen lassen (z. B. Reset-Taste drücken).
Empfohlene Konfiguration: Omnidirektionalrad-Fahrgestell + Hubstange + hochauflösende Kamera + Infrarotthermografie + MES-Anbindung

Unterstützte Montage (Roboterarm)
An Präzisionsmontagestationen müssen Bediener häufig Schrauben, Unterlegscheiben und Steckverbinder in verschiedenen Größen verwenden. Der Roboter steht neben der Station, empfängt Befehle per Sprache oder Fußschalter und greift die entsprechenden Teile aus der Zuführschale, um sie dem Bediener zu reichen. Nach der Montage kann der Roboter Fertigteile übernehmen und auf der Fertigteilpalette ablegen. Mit Kraftsensoren und geschickter Hand kann er außerdem einfache Montagebewegungen wie Ausrichten, Drücken und Einrasten unterstützen.
Empfohlene Konfiguration: Omnidirektionalrad-Fahrgestell + Roboterarm (mit geschickter Hand) + Kraftsensor + 3D-Vision + Sprach-/Fußschalterauslösung
Automatische Be- und Entladung (Roboterarm)
An Einzelmaschinen wie CNC-Maschinen, Spritzgussmaschinen und Koordinatenmessgeräten übernimmt der Roboter die Zuführung von Rohteilen und die Entnahme von Fertigteilen. Der Roboter greift Rohteile vom Tray oder Materialregal, fährt vor die Maschinentür, wartet, bis die Maschine den vorherigen Zyklus abgeschlossen und die Tür geöffnet hat, der Roboterarm fährt in den Arbeitsraum, entnimmt das Fertigteil und legt das Rohteil in die Spannvorrichtung. Mit Schnellwechselsystem können Greifer oder Sauggreifer je nach Werkstückform schnell gewechselt und unterschiedliche Werkstücke gehandhabt werden.
Empfohlene Konfiguration: Omnidirektionalrad-Fahrgestell + Roboterarm (mit Schnellwechselsystem) + Greifer/Sauggreifer + SPS-Integration
Tür-/Tastenbedienung (Roboterarm)
Wenn bei der Inspektion eine Alarmleuchte aufleuchtet oder eine Schranktür nicht geschlossen ist, können Bediener die Situation über Livebilder prüfen und den Roboterarm ferngesteuert einfache Maßnahmen ausführen lassen. Der Roboterarm kann Reset-Tasten auf Gerätefrontplatten drücken, Wahlschalter umlegen und Schranktüren schließen. Wenn das Innere des Schranks geprüft werden muss, kann der Roboterarm zuerst die Schranktür öffnen, nach der Kameraaufnahme wieder schließen und so einen geschlossenen Regelkreis von der „Entdeckung“ bis zur „Lösung“ realisieren.
Empfohlene Konfiguration: Omnidirektionalrad-Fahrgestell + Hubstange + Roboterarm (mit Zweifinger-Greifer) + Fernsteuerung
Fremdkörperaufnahme/Durchgangsreinigung (Roboterarm)
Wenn bei der Inspektion kleine Hindernisse im Durchgang entdeckt werden (z. B. verstreute Teile, Verpackungsabfälle), kann der Roboterarm sie aufnehmen und zur Seite legen, um den Durchgang wieder frei zu machen. Bei Waren, die im Lager vom Regal gefallen sind, kann der Roboterarm sie aufnehmen und in einen Sammelkorb legen. Kleine Durchgangsblockierungen werden ohne manuellen Eingriff beseitigt; die Verkehrssicherheit des Roboters selbst und anderer Arbeitsfahrzeuge wird gewährleistet.
Empfohlene Konfiguration: Omnidirektionalrad-Fahrgestell + Roboterarm (mit Greifer) + visuelle Erkennung
Automatisierte Laboroperationen (Roboterarm)
In Biolaboren kann der Roboter mit Roboterarm einfache repetitive Operationen ausführen, z. B. Öffnen/Schließen von Deckeln (Reagenzgläser, Zentrifugenröhrchen), Scannen von Proben, Unterstützung beim Pipettieren und Ablegen von Proben auf Gerätepaletten. In Zusammenarbeit mit Laborautomatisierungsgeräten (z. B. automatisierten Arbeitsplätzen) entsteht ein halbautomatisierter Laborprozess. Laborpersonal kann ferngesteuert eingreifen und die Expositionszeit vor gefährlichen Reagenzien reduzieren.
Empfohlene Konfiguration: Differentialfahrgestell + Roboterarm (mit geschickter Hand) + 3D-Vision + LIMS-Anbindung
Lehr- und Forschungsplattform
In Studiengängen wie Automatisierung, Robotik und Mechatronik dient der Roboter als Lehr- und Experimentierplattform. Studierende lernen an realer Hardware Inhalte wie Bewegungssteuerung mobiler Roboter, SLAM-Navigationsalgorithmen, Pfadplanung, Sensorfusion und Bewegungsplanung von Roboterarmen. SDK-Entwicklungspaket und ROS-Schnittstellen werden bereitgestellt und unterstützen Sekundärentwicklung und Algorithmusvalidierung. Lehrende können mit dem Roboter Demonstrationssysteme aufbauen und automatisierte Arbeitsabläufe im Unterricht anschaulich zeigen.
Empfohlene Konfiguration: Differentialfahrgestell + LiDAR + Tiefenkamera + SDK/ROS-Schnittstellen
Führung in Ausstellungsräumen/Wissenschaftsmuseen
In Unternehmensshowrooms, Wissenschaftsmuseen und auf Messen übernimmt der Roboter Besucherempfang und Exponaterklärung. Nach Erkennung der Besucheridentität spielt er eine individuelle Begrüßung ab und führt Besucher auf vordefinierten Routen durch die Ausstellungsbereiche. Vor einem Exponat löst er automatisch die Integration mit Großbildschirmen und Beleuchtung aus und spielt die passenden Erläuterungen ab. Das Backend kann Verweildauer und Interaktionshäufigkeit je Ausstellungsbereich erfassen und liefert Daten zur Optimierung der Ausstellung.
Empfohlene Konfiguration: Differentialfahrgestell + Touchscreen + Sprachinteraktion + Roboterarm (interaktive Demonstration)

Leitservice in Hotels/Einkaufszentren
In Hotellobbys, Einkaufszentren und großen Verkehrsknotenpunkten bietet der Roboter Auskunft, Wegeführung und Geschäftsempfehlungen. Nutzer interagieren per Sprache oder Touchscreen; der Roboter kann sie zum Ziel führen (z. B. zu einem Geschäft, zur Toilette, zum Aufzug). Mehrsprachigkeit wird unterstützt und eignet sich für internationale Einrichtungen. Das Backend kann häufige Fragen und frequente Ziele analysieren und die Serviceressourcenplanung optimieren.
Empfohlene Konfiguration: Omnidirektionalrad-Fahrgestell + Touchscreen + Sprachinteraktion + Indoor-Positionsnavigation
Materialmanagement auf intelligenten Baustellen
Auf Baustellen (befestigte Flächen) müssen kleine Werkzeuge, Verbrauchsmaterialien und Befestigungselemente vom Lager zu den Arbeitspunkten transportiert werden. Der Roboter liefert Materialien an den angegebenen Arbeitsbereich und prüft gleichzeitig, ob die Materiallagerung ordnungsgemäß und die Brandschutzwege frei sind. Ein Staubschutzset macht ihn für die Baustellenumgebung geeignet. Über die Anbindung an das Baustellenmanagementsystem werden Materialentnahme und -verbrauch aufgezeichnet, um Verschwendung und Verlust zu reduzieren.
Empfohlene Konfiguration: Differentialfahrgestell (verstärkte Ausführung) + offene Ladefläche + Staubschutz + Anbindung an Baustellensystem
Umgebungsinspektion in landwirtschaftlichen Gewächshäusern
In großflächigen Gewächshäusern (mit befestigten Wegen) erfasst der Roboter entlang der Inspektionsroute Umweltparameter wie Temperatur, Feuchte, Lichtintensität und CO₂-Konzentration und fotografiert den Pflanzenwachstumszustand mit einer Multispektralkamera. Die Daten werden auf eine Agrar-IoT-Plattform hochgeladen und unterstützen Landwirte bei der Bestimmung der Zeitpunkte für Bewässerung, Düngung und Lüftung. Der Roboter ersetzt die manuelle Inspektion jedes Gewächshauses und eignet sich besonders für heiße und feuchte Gewächshausumgebungen.
Empfohlene Konfiguration: Differentialfahrgestell + Temperatur-/Feuchtesensor + Multispektralkamera + Anbindung an Agrar-IoT